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Antwort der Landesregierung

1. Teilt sie die Auffassung, dass es sich bei der Hohenwettersbacher Pappelallee um eine landschaftsprägende Allee im Sinne von § 14 Absatz 1 Ziffer 7 Naturschutzgesetz handelt?

Die Hohenwettersbacher Pappelallee ist als eine landschaftsprägende Allee im Sinne von § 14 Abs. 1 Nr. 7 des Naturschutzgesetzes des Landes vom 23. Juni 2015 (NatSchG) anzusehen. Die Allee tritt als deutlich wahrnehmbares, gliederndes Landschaftselement in Erscheinung und prägt durch die hochgewachsenen Pappelreihen die umgebende Landschaft.

2. Teilt sie die Auffassung, dass diese Allee durch den von der Stadt Karlsruhe beabsichtigten und teilweise auch schon erfolgten Ersatz der Pyramidenpappeln durch Winter-linden ihre landschaftsprägende Bedeutung verliert?

Eine aus Winterlinden bestehende Allee wird ebenfalls eine landschaftsprägende Wirkung entfalten. Die Hohenwettersbacher Pappelallee verläuft auf einem Kamm, so dass auch eine aus niedrigeren Bäumen bestehende Allee auf die umgebende Landschaft als strukturierendes optisches Element ausstrahlt.

3. Teilt sie darüber hinaus die Auffassung, dass im Sinne der Wiederherstellung dieser landschaftsprägenden Allee die von der Stadt Karlsruhe ersatzweise gepflanzten Winterlinden (Tilia cordata) wieder durch die ursprünglichen Pappeln (Populus nigra italica) ersetzt werden sollten?

Nach § 31 Abs. 6 NatSchG sind Alleen nachhaltig zu sichern, wiederherzustellen und es sollen rechtzeitig und in ausreichendem Umfang Ersatzpflanzungen vorgenommen wer-den. Dabei sind bei Kulturdenkmalen im Sinne des § 2 des Denkmalschutzgesetzes die historisch nachgewiesenen Baumarten im Sinne der Authentizität zu bevorzugen. Aus dieser Vorschrift erwächst jedoch keine rechtliche Verpflichtung, die von der Stadt Karls-ruhe ersatzweise gepflanzten Winterlinden wieder durch die ursprünglichen Pappeln zu ersetzen.

Der Batzenhof in Karlsruhe-Hohenwettersbach ist eine gutsherrliche Hofanlage des mittleren 18. Jahrhunderts mit Erweiterungen des 19. Jahrhunderts. Der Hof ist ein Kulturdenk-mal gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz. Die Hohenwettersbacher Pappelallee wurde in den 1960er Jahren von den Eigentümern des Hofes angelegt und ist nicht Bestandteil des Schutzgutes des Kulturdenkmals. Die Allee besitzt sicherlich einen gewissen ästhetischen, der Bevölkerung lieb gewordenen landschaftlichen Reiz. Nach Auffassung des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) ist die moderne Allee mit den nicht landschaftstypischen Pappeln jedoch aus heutiger Sicht weder für sich selbst, noch in Sachgesamtheit mit dem im Kern spätbarocken Hof als Kulturdenkmal einzustufen.

Daher ist bei Ersatzpflanzungen in der Hohenwettersbacher Pappelallee § 31 Abs. 6 Satz 2 NatSchG einschlägig, wonach hierzu standortgerechte und bevorzugt gebietsheimische Baumarten zu verwenden sind. Die von der Stadt Karlsruhe seit dem Jahre 2008 eingesetzten Winterlinden sind gebietsheimisch und für die Landschaftsräume in Mitteleuropa typische Alleebäume.

4. Welche Alleen in Baden-Württemberg stehen derzeit unter Denkmalschutz?

Alleen in Baden-Württemberg stehen in der Regel im Zusammenhang mit Parks und Gartenanlagen, oftmals auch im Zusammenhang mit Schlössern bzw. herrschaftlichen Anlagen als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Bei der Sachgesamtheit bilden mehrere Objekte zusammengenommen ein Kulturdenkmal, wobei einzelne Elemente der Sach-gesamtheit bereits auch für sich allein schon Kulturdenkmale sein können, andere weisen diese Eigenschaft nicht auf.

Nach der Denkmalliste des LAD stehen insgesamt 72 Alleen als Sachgesamtheit oder als eigenständiges Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. Beispiele in der Region Karlsruhe sind die Lichtentaler Allee in Baden-Baden oder die Lindenallee im Kurpark Bad Wildbad. Aus Gründen des Datenschutzes ist eine namentliche Nennung aller Alleen nicht möglich.

5. Wurden auch für die Hohenwettersbacher Pappelallee in der Vergangenheit Anträge auf Eintragung in die Denkmalliste des Landes gestellt und wenn ja, mit welcher Begründung wurden diese abgelehnt?

Weder bei dem für die Eintragungen in das Denkmalbuch des Landes als höhere Denkmalschutzbehörde zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe noch beim LAD wurden Anträge gestellt.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Wolfgang Reimer


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